Linienhalter und Meister

Der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje ist das spirituelle Oberhaupt der Karma Kagyü Schule des tibetischen Buddhismus

Zeitleiste

17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje

6. Mai 1983
in Lhasa geboren

1994
17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje wird vom 14. Shamar Rinpoche Mipham Chökyi Lodrö offiziell als Wiedergeburt des 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje anerkannt. Die Inthronisierung findet im Karmapa International Buddhist Institut (KIBI), Delhi, statt, seinem Hauptsitz

1996
findet während des Kagyü Mönlams in Bodhgaya die offizielle Zufluchts-Zeremonie statt   

seit 1999
reist Gyalwa Karmapa ausgiebig in Asien und Europa, um viele seiner Schüler und mit ihm spirituell verbundene Menschen auf dem Weg des Dharmas anzuleiten und zu unterstützen

2000
Gyalwa Karmapa besucht zum ersten Mal Europa

2003
bekommt Gyalwa Karmapa von Chobgye Tritschen Rinpoche, Lüding Rinpoche und Khentschen Rinpoche wichtige Übertragungen der Karma Kagyu Linie

2003
Shamar Rinpoche verleiht Gyalwa Karmapa den Titel eines Vidhyadhara, was formell das Ende seiner Ausbildung bekundet und gibt ihm die Übertragung der Karma Kagyü Linie

2007 und 2008
besucht Gyalwa Karmapa das Dharmazentrum Möhra

2010
erhält Gyalwa Karmapa während eines zweimonatigen Retreats ausführliche Übertragungen von Pewar Rinpoche in Dhagpo Kündröl Ling

2014
Gyalwa Karmapa leitet die Verbrennungszermonien zu Ehren seines Lehrers dem 14. Shamar Rinpoche in Kathmandu (Nepal)

(wird fortgesetzt …)

17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje

Der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje ist das spirituelle Oberhaupt der Karma Kagyü-Schule, einer der vier Hauptrichtungen des tibetischen Buddhismus. In einem Interview, das Gyalwa Karmapa 2012 gegeben hat, beantwortet er die Frage: »Your Holiness, what is a Karmapa?« folgendermaßen: »Karma is a Sanskrit word that means action or activity. In this case, the hidden meaning is a bodhisattva, meaning a person with a very kind heart and great wisdom, who holds and carries on the activities of the Buddhas.«

Gyalwa Karmapa wurde 1983 als Tendzin Khyentse in Tibet geboren. Schon sehr früh erhielt er durch seinen Vater Mipham Rinpoche, der selbst ein verwirklichter Meditationsmeister ist, eine traditionelle buddhistische Schulung. 1994 gelang der Familie die Flucht nach Indien, wo Gyalwa Karmapa vom 14. Shamar Rinpoche, Mipham Chökyi Lodrö, dem zweithöchsten Lehrer innerhalb der Karma Kagyü-Tradition, als Wiedergeburt des 16. Gyalwa Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje, anerkannt wurde. Von Shamar Rinpoche erhielt er auch den Namen Thaye Dorje.

Gyalwa Karmapa begann eine Ausbildung mit Lehrern aus allen vier großen tibetischen Schulen: Shamar Rinpoche, Khenchen Rinpoche und andere aus der Karma-Kagyü-Tradition, Chobje Tri Rinpoche und Luding Khen Rinpoche aus der Sakya-Tradition, sein Vater Mipham Rinpoche aus der Nyingma-Tradition, sowie Professor Sempa Dorje aus der Gelug-Tradition.

Der 17. Karmapa setzt die Aktivität seiner Vorgänger weltweit fort. Er trägt die spirituelle Verantwortung für über 900 Klöster und Meditationszentren weltweit. Seit dem Jahr 2000 besucht Gyalwa Karmapa regelmäßig Europa. Im August 2007 kam er zum ersten Mal nach Möhra und segnete das Dharmazentrum Möhra.

Die Karmapas zählen zu den wichtigsten Haltern der Lehren des tibetischen Buddhismus. Der erste Karmapa, Düsum Khyenpa (1110-1193), galt als einer der bedeutendsten Lamas seiner Zeit. Vor seinem Tod deutete er seinen Schülern an, dass er erneut in Tibet Geburt annehmen werde. Der zweite Karmapa, Karma Pakshi (1204-1283), gilt somit als der erste bewusst wiedergeborene Lama Tibets. Seither hat sich jede Karmapa-Inkarnation durch ihr Verhalten eindeutig als Karmapa zu erkennen gegeben und wurde von einem realisierten Schüler des jeweils letzten Karmapa als dessen Inkarnation bestätigt. Die Karmapas gelten als große Bodhisattvas, d. h. als Wesen, die zum Wohl anderer immer wieder Geburt annehmen. In ihren Inkarnationen haben sie stets einen wichtigen Beitrag zur authentischen Erhaltung des Buddhismus in Tibet geleistet, und der 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje (1924-1981), hat darüber hinaus sehr wesentlich dazu beigetragen, dass die Lehren des tibetischen Buddhismus im Westen zugänglich wurden.