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S.H. der 17. Gyalwa Karmapa –
Gedanken und Inspirationen

Liebe Dharma-Freunde,

Diese Reflektionen sind, genau wie die Beiträge, die ich in den letzten Monaten mit Euch geteilt habe, einfach meine eigenen Gedanken und keine Dharma-Unterweisungen, die in irgendeiner Weise kanonisiert werden sollten. Es ist mein Wunsch, nicht das zu verwässern, was die verwirklichten Edlen uns bereits in Form des Buddha-Dharmas mitgeteilt haben.

Ich hoffe, dass Ihr das alle versteht.

Wie viele von Euch, habe auch ich aufgrund der Pandemie viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe einige meiner Ideen aufgeschrieben und die verschiedenen digitalen Plattformen genutzt, um sie mit Euch zu teilen – einfach als eine Art, laut nachzudenken, und in der Hoffnung, dass es Euch in irgendeiner Weise ermutigen könnte.

Jemand hat mir einmal gesagt: “Ich habe mir vieles angehört, und eigentlich habe ich kein Wort davon verstanden, aber aus welchem Grund auch immer hat mich das bloße Zuhören enorm aufgemuntert”. Ich kann mich jetzt nicht mehr erinnern, wer diese Person war oder von wem die Person widerum sprach, aber in diesem Sinne hoffe ich, dass meine Gedanken Euch in irgendeiner Weise aufgeheitert haben.

Ich werde versuchen, so lange weiterzuschreiben, wie mir Gedanken kommen. Eure Fragen sind definitiv eine große Quelle der Inspiration. Sie lösen meine kindhaften Gedanken in einer Weise aus, die ich weiter erforschen und ausdrücken möchte.

Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, die ursprüngliche Überschrift dieser Sammlung meiner Gedanken zu ändern, die bisher “Meditationen für unsere Zeit” lautete, ein Titel, der spontan zu Beginn der Pandemie aufgetaucht ist.
Aber jetzt, da ich etwas Zeit hatte, darüber nachzudenken, ist mir klar geworden, dass das, was ich schreibe und teile, im Grunde nur meine eigenen Gedanken sind. So möchte ich diese Sammlung von nun an “Meine Gedanken” nennen.

Um auf das Thema dieses Beitrags – ‘Die Pandemie leben’ – zurückzukommen, scheint mir, dass diese aktuelle Viruspandemie nicht die einzige ist, die es gibt. Vielmehr leben wir mit verschiedenen Arten von Pandemien, sowohl psychischen als auch physischen.

Wir können sie in gewisser Weise überstehen. Wir können in gewisser Weise Heilmittel für sie finden. Aber ganz gleich, was wir tun, solange es Leben zu geben scheint, werden Herausforderungen wie diese immer damit einhergehen.

Wenn ich aus buddhistischer Sicht versuche, für ein Ende dieser speziellen virusbedingten Krankheit zu beten, versuche ich, so zu denken:

Mögen wir nicht nur einen Weg finden, sie zu beenden, mögen wir in der Lage sein, ihr einen Sinn zu geben.

Ich betrachte diese Pandemie als eine Chance, die sich von jeder anderen Katastrophe unterscheidet, da sie nicht vom Menschen verursacht wurde, wie zum Beispiel ein Krieg, bei dem wir keine Zeit zum Nachdenken oder Besinnen haben, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, einfach nur zu überleben.

Im Gegensatz dazu ist die gegenwärtige Krise zwar in der Tat alarmierend und in vielen Fällen lebensbedrohlich, aber sie bietet den meisten von uns dennoch etwas Zeit zum Nachdenken und, wenn möglich, zum Verständnis.

Deshalb bete ich, dass wir durch diese Situation einen Sinn finden mögen.

In diesem Zusammenhang möchte ich etwas über das Virus selbst sagen. Wissenschaftler und spirituelle Schulen haben ihre eigene Art, Lebewesen oder fühlende Wesen zu definieren. Aus buddhistischer Sicht gibt es eine Unterscheidung zwischen lebenden Wesen und fühlenden Wesen. Im Falle dieses Virus ist es ein schmaler Grat, ob es als fühlendes Wesen betrachtet werden kann oder nicht.

Wie dem auch sei, das Virus zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit fühlenden Wesen, was sein Überleben und Gedeihen betrifft. Obwohl ich mir also nicht sicher bin, könnte das Virus eine empfindungsfähige Natur haben – ein Bewusstsein wie unseres – und es könnte einfach versuchen, einen Weg zu finden, in diesem Universum zu leben – genau wie wir. Vielleicht sollten wir also einen Gedanken an dieses Wesen verschwenden.

Ich will damit nicht sagen, dass wir fromm oder religiös oder so extrem werden sollten, uns dem Virus zu beugen und alle Vorsicht und Sorgsamkeit über Bord zu werfen. Ich schlage nur vor, dass wir diesem Wesen, dieser Lebensform, über die wir noch nicht viel wissen, einen Gedanken schenken könnten, unabhängig von dem stacheligen Bild, mit dem wir alle so vertraut geworden sind.

Auch wenn dieses Virus primitiv und in vielerlei Hinsicht so völlig anders als wir zu sein scheint, könnten wir in ihm zumindest einen Teil von uns selbst erkennen, wenn wir es einmal zum Vergleich heranziehen.

Genau wie wir versucht es, einen Wirt zu finden, wo es leben und sich vermehren kann. Auch wir versuchen, “Gastgeber” zu finden, die uns aufnehmen, je nachdem, was wir für die richtige Art zu leben halten. Dieses Virus könnte also genau dasselbe tun.

Das ist vielleicht etwas, worüber man nachdenken sollte.

Aber aus welchen Gründen auch immer, die Lebensweise des Virus ist noch nicht harmonisch mit unserer, und so wie diese kugelförmige Erde versucht, uns ab und zu abzuschütteln, versuchen wir dasselbe mit dem Virus zu tun.

Und dieser Abschüttelinstinkt oder diese Abschüttelreaktion ist meines Erachtens nicht nur böswillig. Diese Abschüttelreaktion könnte sicherlich als eine Botschaft verstanden werden, die impliziert, dass die Art und Weise, wie wir versuchen zu leben, oder wie das Virus zu leben versucht, nicht unbedingt harmonisch mit der Erde – oder mit uns – ist.

Irgendwann wird dieser hartnäckige Virus diese Botschaft erkennen und verstehen und einen Weg finden, mit uns zu leben.

Vielleicht bin ich zu naiv. Aber zumindest empfinde ich das so.

Ich will hier nicht unbedingt einen bestimmten Standpunkt vertreten. Es ist nur eine Betrachtung. Und nach meiner Überlegung kann sich das, was wir bezüglich des Lebens nach dieser Pandemie erwarten – zur Normalität der Lebensweise zurückzukehren, die wir vor der Pandemie kannten – erfüllen oder auch nicht.

Es ist möglich, dass wir durch die Entwicklung eines Impfstoffes und durch das einfache Überdauern dieses Virus überleben und diese Herausforderung meistern können.

Aber wenn es uns irgendwie gelingt, aus der Vielfalt der Erfahrungen zu lernen, die uns diese Pandemie beschert hat – von lebensbeendenden Erfahrungen bis hin zu alltäglichen Ärgernissen – dann werden wir die Pandemie gelebt haben, anstatt sie nur zu überleben.

Thaye Dorje
Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa

+++ AKTUELLES +++

 

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wir haben viele schöne Om Mani Padme Hung Audiodateien von Euch bekommen und HIER online gestellt. Ganz herzlichen Dank! Wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung und laden Euch weiterhin ein, uns Eure Audiobeiträge zu schicken an dharmazentrum-moehra@gmx.de. Wir wollen alle Beiträge auch gesammelt an Gyalwa Karmapa übergeben.

Auf dieser Webseite könnt Ihr unter anderem auch eine kurze angeleitete Meditation, einen Bodyscan sowie weitere, von den Möhra-Lamas angeleitete Praxis, downloaden.

Gyalwa Karmapa Thaye Dorjes veröffentliche Nachrichten und Botschaften könnt Ihr HIER auf seiner Webseite abrufen. Außerdem findet Ihr – ebenfalls auf chenresig.de/downloads – Gyalwa Karmapas Nachrichten direkt zum downloaden auf Eure Computer.

Ihr Lieben, wir schicken wieder herzlichste Grüße, viele Umarmungen und Wünsche zum Wohle und zur Gesundheit aller Wesen – uns alle eingeschlossen!

Wir melden uns bald wieder!

Herzlichst
Euer Möhra Team

 

+ + + Das Dharmazentrum Möhra sucht zwei neue Hausbewohner*innen …

…, die Interesse haben, über einen längeren Zeitraum im Zentrum zu leben und aktiv an der Gestaltung eines lebendigen Dharma mitzuwirken und Ihre Kompetenzen einzubringen, sei es Unterrichten des Dharma, spirituelle Betreuung, Anleitung von Meditationen, Kochen und Küchenmanagement, Garten-, Gebäude- und Gerätebetreuung, Hauswirtschaft, Gästebetrieb, Öffentlichkeits-und Verwaltungsarbeit. Gewünscht ist Unterstützung in allen Bereichen.
Weitere Details siehe auch Newsletter 2020 Februar.
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Das Gebet für Künzig Shamar Rinpoches Reinkarnation – von Trinley Thaye Dorje und Ogyen Trinley Dorje – findet Ihr hier:

https://www.dhagpo.org/en/index.php/news/506-joint-long-life-prayer-for-kunzig-shamar-rinpoche-reincarnation

und

https://www.karmapa.org/joint-long-life-prayer-for-kunzig-shamar-rinpoches-reincarnation-by-trinley-thaye-dorje-and-ogyen-trinley-dorje